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    tecteam in der Presse

    Durch einen zufällligen Kontakt mit Dirk Schmitz wurde ein Redakteur der Dortmunder Zeitung Ruhr Nachrichten auf tecteam aufmerksam. Dieser Redakteur war nun vor kurzem bei tecteam in Dortmund und hat Dirk Schmitz interviewt. Letzten Samstag wurde der Artikel dazu in den Ruhr Nachrichten veröffentlicht:


    Dirk Schmitz und Christian Fahn im Gespräch mit Jörg Lauersdorf (v.l. alle tecteam). Es geht um eine Betriebsanleitung für ein Produkt für ein größeres Unternehmen.
    FOTO tecteam

    Von Hörde in die ganze Welt: tecteam erstellt Gebrauchsanweisungen

    Hörde. Gebrauchsanweisungen treiben mit ihrem Kauderwelsch viele Menschen oft in Verzweiflung. Die Firma tecteam auf Phoenix-West bringt Ordnung ins Anleitungs-Chaos.

    Wer hat nicht schon einmal vor Wut sein Werkzeug in die Ecke gepfeffert, weil er an einer Gebrauchsanweisung oder Bedienungsanleitung verzweifelt ist? Oft liegt das an missglückten Übersetzungen.

    „Es gibt Unternehmen, die sparen an der falschen Stelle. Statt einen technischen Redakteur oder Übersetzer zu beauftragen, jagen sie den Text durch eine KI, übernehmen ihn ungeprüft – und dann kommen die seltsamsten Sachen dabei heraus“, sagt Dirk Schmitz.

    Der 56-Jährige arbeitet seit über 30 Jahren bei tecteam. Der gelernte Grafiker erstellt komplette Gebrauchsanweisungen für unterschiedlichste Produkte – und er bildet den Nachwuchs aus. „Technischer Redakteur ist kein klassischer Ausbildungsberuf. Wir bieten deshalb Studiengänge in unserem Bildungsinstitut an“, erklärt Schmitz.

    An der Antonio-Segni-Straße ist das Unternehmen beheimatet. Im Schatten der alten Hochöfen auf Phoenix-West. FOTO Jörg Bauerfeld

    Die Hauptkunden des Hörder Unternehmens sind große Konzerne wie Siemens, Vaillant oder Siemens Energy – also Global Player. „Aber wir haben auch kleinere Unternehmen, die direkt an Endkunden liefern“, erklärt Schmitz. Ein Beispiel sei die Firma Dometic, ein Hersteller von Camping- und Wohnmobilprodukten.

    Wie das in der Praxis aussieht, zeigt Schmitz an einem aktuellen Projekt: Für ein Vorzelt eines Caravans soll er eine Aufbauanleitung entwickeln. Grundlage ist ein Video, das den Testaufbau eines Prototyps zeigt. „Ich muss daraus eine Anleitung machen, Schritt für Schritt, so dass jeder sie nachvollziehen kann.“ Nicht selten fahren tecteam-Mitarbeiter auch direkt zum Hersteller, nehmen ein Produkt in Betrieb, machen Fotos, führen Gespräche mit Konstruktion, Entwicklung, Sicherheitsabteilung und Marketing – und erstellen daraus die Anleitung.

    Dabei brauche es Fingerspitzengefühl: „Man muss einschätzen können, was der spätere Nutzer versteht und was nicht.“

    Zunächst entstehen die Anleitungen in Deutsch, für die Übersetzungen in alle möglichen Sprachen werden dann Übersetzungsbüros hinzugezogen.

    Unterschiedliche Qualität

    Die KI sei dabei nur bedingt hilfreich. „Für die Recherche ist sie praktisch. Für Übersetzungen muss man sehr vorsichtig sein. Ideal ist es, wenn Muttersprachler im Haus sind, die den Text prüfen“, sagt Schmitz. „Alles wird bei uns gegengecheckt.“

    Denn sonst drohe das bekannte Kauderwelsch, das beim Aufbau von Möbeln oder Elektrogeräten schon so manchen zur Verzweiflung gebracht hat. „Wenn Firmen an allen Ecken sparen, wird es wild.“ Solche Fälle landen ebenfalls auf den Schreibtischen bei tecteam. „Das sind Unternehmen, die in verschiedenen Ländern aktiv sind und merken: Unsere Anleitungen taugen nichts. Dann bekommen wir Texte aus China, Indien oder der Türkei – jeder in einem anderen Stil, mit völlig unterschiedlicher Qualität“, so Schmitz. „Wir glätten sie, formulieren sie neu und passen sie an. Denn wer sein Produkt weltweit als Premium-Marke anbieten will, braucht auch eine professionelle Anleitung.“

    Ein Teil des Produktes

    Rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten bei tecteam – auf Phoenix-West und am zweiten Standort in Hannover – an verständlichen Betriebsanleitungen für große und kleine Produkte. Und die seien immens wichtig, betont Schmitz: „Wenn eine Firma ein technisches Produkt in ein anderes Land exportieren will, muss eine Anleitung beiliegen. Dafür gibt es klare Vorgaben.“

    Zudem sei die Bedienungsanleitung rechtlich Teil des Produkts. „Wenn sie unverständlich ist, kann ein Kunde sagen: Ich gebe das Produkt zurück. Das ist gesetzlich so geregelt.“